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Drama vor Koh Samui

Speedboot Thailand

Nach dem Drama vor Koh Samui – ist der Speedboot-Transfer gefährlich?

Die Touristen wollen einen wunderbaren Urlaubstag in Ang Thong, einem der Marine-Nationalparks im Königreich Thailand, der westliche von Koh Samui liegt, verbringen. 32 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder waren an Bord des Speedbootes, welches die Touristen von Ang Thong zurück nach Koh Samui bringen sollte. Plötzlich umschlagendes Wetter sorgte dafür, dass die Speedboot-Fähre in Seenot geriet und letztlich kenterte. Drei Urlauber, darunter eine 29-Jährige aus Bayern, kamen dabei ums Leben. Und es branden unverzüglich die Fragen besorgter Thailandurlauber auf, ob die Nutzung der Speedboote gefährlich sei. Die Antwort darauf ist recht einfach zu geben: Autos können überall auf der Welt verunfallen, Flugzeuge können abstürzen und Boote können sinken. Wäre das nicht so, die Titanic würde heute vielleicht in einem marinen Museum stehen, statt auf dem Grund des Meeres liegen. Doch dadurch lässt sich keine überproportional hohe Gefahr für Transfers mit Speedbooten ableiten, denn eigentlich sind die Boote sehr sicher.

Angetrieben von drei Motoren durch die See – Speedboote in Thailand

Die „Ang Thong Discovery III“, so lautet der Name des vor Koh Samui verunglückten Speedbootes, wurde von drei leistungsstarken Motoren befeuert, um so die Distanz zwischen dem Ang Thong Nationalpark und Koh Samui schnell zu überbrücken. Womit die Crew nicht gerechnet hatte – und nach offiziellen Meldungen nicht rechnen konnte – war das plötzliche Umschlagen des Wetters am Kap Khaki. Unbemerkt von der Besetzung der „Ang Thong Discovery III“ kreuzte ein Regengebiet mit massiven Sturmböen den Kurs des Speedbootes. Durch den Sturm wurde das Meer aufgewühlt, hohe Wellen entstanden. Um seine Fahrgäste noch zeitig an Land zu bringen, entschied der Bootsführer sich dafür, den Speed zu erhöhen. Ein fataler Fehler, wie sich wenig später herausstellte. Anstatt eine Welle seitlich zu kreuzen und so das Springen des Speedbootes zu verhindern, nahm er die Welle frontal. Das führte im Anschluss dazu, dass das Speedboot wohl auf einen Unterwasserfelsen prallte, sich überschlug und kenterte.

Schlechtwetterfront und menschlicher Fehler

Diese plötzliche Wetterfront mit starken Sturmböen sowie derFahrfehler des Bootsführers sorgten also für das Unglück, welches drei Menschenleben kostete und vier weitere Personen stationär in Krankenhaus brachte

Die  – eine Deutsche (29), eine Britin (28) und eine Frau aus Hongkong kamen definitiv ums Leben, nach einem Briten wird derzeit noch gesucht. Dass nicht noch mehr Opfer zu beklagen waren ist der Tatsache geschuldet, dass ein weiteres Speedboot in direkter Nähe war, den Passagieren zu Hilfe eilte. Viele Der Passagiere wurden ins Boot geholt und so gerettet, noch bevor die Rettungskräfte der Küstenwache, die ebenso binnen weniger Minuten am Unglücksort eintrafen, an den Unglücksort gelangten. Dabei stellten die Beamten fest, dass etliche der Passagiere entgegen den Vorschriften keine Rettungswesten trugen.

Rettungswesten sind unverzichtbar!

Das Überschlagen des Bootes sorgte dafür, dass viele der Passagiere ins Meer geschleudert wurden – und nicht alle Mitfahrenden trugen Schwimmwesten! Ein fataler Fehler, denn die Weste gehört wie der Gurt im Auto zu den Standards und sie sollte entsprechend auch getragen werden! Sind Sie in Thailand, um dort Ihren Urlaub zu verbringen, verzichten Sie bitte nicht auf die Rettungswesten bei Bootstransfers! Sie sehen vielleicht nicht sehr stylish aus, wenn Sie Selfies planen, aber die Westen retten Leben, wenn es zu einem Unglück kommt.

Fakt ist, die Fahrten mit einem Speedboot in Thailand sind nicht gefährlicher als Fährenfahrten in jedem anderen Land der Welt auch – wenn Sie sich an die Sicherheitshinweise halten. Schwimmweste tragen, im Boot sitzen und nicht stehen sowie den Anweisungen des englischsprachigen Begleitpersonals folgen. Zudem macht es Sinn, in der wetterunsicheren Zeit – also der Regenzeit – nur dann Fähren zu nehmen, wenn es gar nicht anders geht. Das Wetter kann in der Regenzeit blitzschnell umschlagen, Sturm kommt auf und dadurch wird die Fährfahrt, die zur Hauptsaison im europäischen Winter eine wahre Freude ist, zu einem gewissen Risikofaktor. Nicht immer, aber es kann passieren.

Ob die „Ang Thong Discovery III“ in der Zukunft wieder Passagiere transportieren wird, darf übrigens bezweifelt werden. Zu schwer sind die Schäden, welche durch die Äxte des Rettungspersonals am Boot verursacht wurden, wie in Wat Na Phra Lan festgestellt wurde, wo man das gekenterte Speedboot ans Ufer geschleppt hat.