Thailands Schlangendorf Ban Kok Sa-nga

Thailands Schlangendorf Ban Kok Sa-nga

Ban Kok Sa-nga: Gefährliche Attraktion, aber nicht für Besucher

Für manche Menschen sind Schlangen faszinierende Tiere. In Deutschland sehen wir sie selten in der Natur, und wenn, dann sind sie nicht allzu gefährlich. Andere Exemplare betrachten wir im Zoo. Wie ist es also, mit Schlangen zu leben? In Thailand gibt es ein Dorf, in dem die Menschen das tun: in Ban Kok Sa-nga, auf deutsch Schlangendorf. Jede Familie dort besitzt mindestens eine Schlange. Es sind Pythons und Königskobras.

Die Geschichte des Schlangendorfs

Alles begann damit, dass die Bevölkerung des Schlangendorfs Kräuter gegen Schlangenbisse verkaufte. Sie lebten in einer Umgebung, in der oft Unfälle mit Schlangen passierten, aber sie hatten herausgefunden, mit welchen Mitteln sie dem entgegenwirken konnten. Zudem war der Kräuterverkauf ein Wirtschaftszweig, mit dem sich die Bevölkerung etwas dazuverdienen konnte. Die Schlangenshows entwickelten sich zuerst als Werbung für die Kräuter und wurden schnell zur Hauptattraktion des Dorfes, nicht nur für die Bewohner der Nachbargemeinden, sondern auch für ausländische Besucher. Zu Beginn wurden die Schlangen im Wald gefangen, heute werden sie gezüchtet und in Holzkisten in den Häusern der Bewohner, teilweise sogar in der Küche oder unter dem Bett, gehalten.

Im Dorf gibt es eine Bühne, auf der täglich Shows mit Schlangen stattfinden. Es sind ganz unterschiedliche Vorführungen. Sogenannte Schlangenboxer ärgern aggressive Schlangen und weichen schnell aus, wenn diese sich wehrt, ein Mann nimmt den Kopf einer giftigen Schlange in den Mund, Frauen legen sie sich um den Hals, sogar Kinder haben ihre eigenen Vorführungen. Die Spannung ist groß, Musik und Tänze intensivieren dieses Erlebnis noch.


Wie gefährlich sind die Schlangen-Shows?

Dass Giftschlangen beißen, ist nichts Neues. Wie also schaffen es diese Menschen mit den Tieren zu arbeiten? Es gibt einen Trick: Sie lassen sich absichtlich beißen und immunisieren so ihren Körper gegen das Schlangengift. Über die Jahre hinweg wird der Körper immer widerstandsfähiger. Dann ist die Wirkung des Gifts, sollte es bei einer Show oder beim Training zu einem Biss kommen, nicht allzu schlimm. Früher wurden gewöhnliche Kobras in den Shows eingesetzt, da diese aber Gift spucken, und zwar mehrere Meter weit, war das für die Zuschauer zu gefährlich. Die Königskobras dagegen, die heute gezüchtet werden, beißen nur und sind deshalb nur für die Menschen gefährlich, die direkt mit ihnen umgehen.

Die bedrohte Existenz der Dorfbewohner von Ban Kok Sa-nga

Das Schlangendorf hat Probleme, die seine Existenz bedrohen. Denn die wählerischen Schlangen haben nicht mehr genügend zu fressen. Ihre Nahrung besteht aus kleineren Schlangen und Fröschen. Diese leben in einer feuchten Umgebung. Da die Landschaft um das Dorf zunehmend unter Trockenheit zu leiden hat, schwinden die Lebensräume für die Reptilien. Einerseits ist das Klima verantwortlich, andererseits wurden viele Feuchtgebiete und Bäche zerstört, um den Anbau von Rohrzucker weiter auszubauen. Die Bevölkerung des Dorfs lebt nämlich zu einem großen Teil vom Reis- und Zuckerrohranbau. Inzwischen müssen die Schlangenbesitzer sogar in einer Entfernung von 20 Kilometern vom Dorf die Nahrung für ihre Schützlinge finden, oder sie kaufen.

Ausflugstipp

Das Schlangendorf ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wenn Sie hinfahren, können Sie nicht nur die Shows sehen, sondern auch viel über diese faszinierenden Tiere erfahren, und vielleicht möchten Sie auf dem Markt noch ein kleines Souvenir in Form eines Schlangenzahns, einer Figur oder eines T-Shirts kaufen. Die Shows werden kostenlos angeboten, doch freut sich das Dorf immer über eine Spende.

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