Unbekannt und deshalb sehenswert: Talat Noi in Bangkok

Unbekannt und deshalb sehenswert: Talat Noi in Bangkok

Wer nach Bangkok reist, findet eine große Auswahl an Sehenswürdigkeiten und Stadtvierteln vor, die alle gesehen werden wollen. Da sind die Viertel, in denen Besucher immer vorbeischauen, wie Chinatown oder die Tempelanlagen, aber auch Orte, die eher am Rand liegen – und genau deshalb einen Besuch wert sind. Eines von ihnen ist Talat Noi.

 Ein ursprünglicher Stadtteil

Die Geschichte des Viertels reicht weit zurück. Schon früh lebten dort Portugiesen, Vietnamesen und Chinesen neben Thailändern. Deshalb ist das Viertel auch architektonisch wie kulturell sowohl asiatisch als auch leicht europäisch geprägt.

Den größten Teil der Bevölkerung bilden jedoch Chinesen. Talat Noi liegt am Rande von Chinatown am Chao Phraya, Bangkoks großem Fluss. Der Name Talat Noi bedeutet auf Deutsch „kleiner Markt“. Warum dieser Name so gut passt, werden Sie noch erfahren.

Auf den ersten Blick besteht Talat Noi aus alten, im Verfall begriffenen Gebäuden. Aber das ist nur der erste Blick. Die wahre Natur des Viertels entdecken Sie auf den zweiten. Wohnhäuser reihen sich an Geschäfte und Werkstätten, Garküchen, Cafés und Kunstgalerien. Wenn Sie die Hauptstraße des Viertels verlassen, offenbart es seinen wahren Charakter. Die Mixtur, die Sie dort erleben, macht das Viertel wirklich sympathisch und gewährt einen Einblick in eine Tradition Bangkoks, fernab von den polierten Hochhäusern und Geschäftsstraßen.


 Wirtschaftlicher Aufschwung durch den Metallhandel

Talat Noi lebt vor allem vom Handel. Die Lage am Fluss ist dafür äußerst günstig, ja, bedingte diese Entwicklung sogar. Schiffe brachten die Waren, die noch auf dem Fluss an Großhändler verkauft wurden.

Es etablierte sich auch ein sogenannter schwimmender Markt, auf dem die Anwohner Lebensmittel kaufen konnten. Angeliefert wurde jedoch vor allem Metall, Talat Noi war für seine Eisenwaren, vor allem Kochgeschirr und Hufeisen bekannt.

Diese wurden in kleinen Schmieden hergestellt. Heute sind aus den traditionellen Handwerkern Mechaniker und Maschinenbauer geworden. Doch scheint die Zeit in Talat Noi irgendwie still zu stehen, denn diese Werkstätten sind nicht sehr groß und haben ihren ursprünglichen Charakter beibehalten. Sie befinden sich in der Regel in den Untergeschossen der Gebäude, die auch als Wohnhäuser dienen.

 Sehenswürdigkeiten in Talat Noi

Weil der Eisenhandel so gut funktionierte, lebten früher viele wohlhabende Familien in Talat Noi. Eine von ihnen war die Familie der Sols. Sie siedelte sich als einzige chinesische Familie noch zu Zeiten des Königreichs Ayutthaya dort an. Ihre Residenz ist das älteste chinesische Wohnhaus Bangkoks, bevor die Stadt 1772 zur Hauptstadt Thailands ernannt wurde.

Das Gebäude ist insofern interessant, als es anders als die typischen chinesischen Bauten aussieht. Es besitzt nämlich, angelehnt an die thailändische Tradition, zwei Stockwerke. Unter den Schätzen, die Sie noch in den Straßen Talat Nois finden, befindet sich auch eine gotische Kirche, die Rosenkranzkirche, aber auch versteckte heilige Schreine, an denen die Einwohner um Gesundheit oder Reichtum bitten.

In dem bunten Wirrwarr sind aber nicht nur die Gebäude interessant, sondern auch die Menschen und ihre Tätigkeiten. Sollten Sie gerade an einer Autowerkstatt vorbeigekommen sein, können Sie sich darauf gefasst machen, dass es im nächsten Haus etwas zu Essen gibt. Garküchen sind schließlich eine chinesische Eigenart.

Und was Sie in Thailand auf keinen Fall verpassen dürfen, ist ein Markt. Der Markt von Talat Noi ist über eine kleine Gasse erreichbar. Am Vormittag finden Sie dort Früchte und Gemüse ebenso wie lokale gekochte Spezialitäten. Entdecken Sie also dieses wundersame Viertel auf Ihrem Besuch in Bangkok.

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